Unsere aktuellen Themen im Überblick
An dieser Stelle stellen wir Ihnen interessante Artikel rund um das Thema Gesundheit und Orthopädietechnik vor.
Diesmal erfahren Sie mehr über die Themen Wirbelsäule und Rückenschmerzen, Kompressionstherapie und Propriozeption. Wir wünschen Ihnen einen informativen Aufenthalt.
Die Wirbelsäule
Die Wirbelsäule ist ein gegliederter, beweglicher Stab mit komplexen biomechanischen Eigenschaften. Sie besteht aus knöchernen Wirbeln, Bandscheiben und Bändern. Zudem hat die Wirbelsäule die Aufgabe das Rückenmark zu schützen.
Psychosomatisch bringt die Wirbelsäule durch die aufrechte Haltung unsere Stabilität im Leben zum Ausdruck. (Bildquelle: www.spolastic.de)
Rückenschmerzen
Viele Menschen leiden im Laufe ihres Lebens einmal unter Rückenschmerzen. Überwiegend handelt es sich um akute Beschwerden, welche nach 6 bis 8 Wochen wieder abklingen.
Als Hauptverursacher von Rückenschmerzen werden Funktionsstörungen der Muskeln und Verschleiß der Wirbelsäule sowie der Bandscheiben angegeben.
Zunehmend sind allerdings Osteoporose bedingte Erkrankungen der Wirbelsäule, Haltungsschäden unterschiedlicher Ausprägung und Blockaden der Iliosakralgelenke die Ursache für Behandlungsbedarf.
Seltener sind akute Ereignisse wie Verletzung der Wirbelsäule durch Unfälle oder Bandscheibenvorfälle die Ursache.
Welcher Auslöser genau für die Entstehung eines Rückenleidens verantwortlich gemacht werden kann obliegt der genauen Diagnose eines Arztes.
Medizinische Begriffserläuterungen
Bandscheibenvorfall
Verlagerung bzw. Austreten von
Gewebe des Gallenkerns der Bandscheibe.
Hierbei kann es durch Druck auf Nervenwurzeln
zu Schmerzen, Lähmungen und/oder Gefühlsstörungen
kommen.
Facettensyndrom
Blockierung der Wirbelkörpergelenke
infolge degenerativer Veränderungen. Eine
der häufigsten Ursachen vom Rückenschmerz
des älteren Menschen!
Ischialgie
Schmerzen, die ausschließlich in
den Beinen wahrgenommen werden, aber Ihre
Ursache in der Wirbelsäule haben.
Lumboischialgie
Rückenschmerz der auch ins Beinausstrahlt.
Lumbalgie
Rückenschmerzen im Bereich der LWS.
Lumbago
Hexenschuss. Durch Nervenwurzelreizung oder
Wirbelgelenkblockierung ausgelöste stechende
Schmerzen, die ausstrahlen können und Bewegungseinschränkungen
zur Folge haben.
LWS Syndrom
Schmerzsymptomatik, die die ganze
LWS betrifft und mehrere Ursachen mit einschließt.
Osteochondrose
Verschleiß der Bandscheibe und der Wirbelkörpergrund-
und deckglatten.
Parese
Lähmung.
Prolaps
Bandscheibenvorfall.
Protrusion
Bandscheibenvorwölbung.
Pseudoradikulär
Ausstrahlender Schmerz, nicht von einer
Nervenwurzel ausgehend.
Radikulär
Ausstrahlender Schmerz, ausgehend von einer
Nervenwurzel.
Spinalkanalstenose
Krankhaft verengter Wirbelkanal. Hierbei
kommt es durch knöcherne Anbauten zu einer
Enge des Spinatkanals und damit des Rückenmarks.
Schmerzen, Störung der Sensibilität (Gefühl)
bis hin zu Lähmungen können die Folge sein.
Spondylarthrose
Verschleiß der Zwischenwirbelgelenke.
Spondylitis
Entzündung des Wirbels.
Spondylolisthesis
Wirbelgleiten.
Therapieempfehlungen
Prävention
Muskelaufbau und gymnastische Übungen sind
mit die beste Möglichkeit den rücken fit
zu halten.
Die Rumpfmuskulatur wirkt dabei wie ein
Korsett für die Wirbelsäule, das stabilisiert
und den notwendigen Bewegungsspielraum erlaubt.
Auch eine manuelle Therapie durch den Physiotherapeuten ist ein umfassendes Behandlungskonzept, welches vorbeugend und nachhaltig wirksam ist
Versorgungen mit Bandagen und
Orthesen
In der Phase der Akutsituation
werden sehr gut elastische Rückenstützbandagen
eingesetzt. Zur Langzeit- und Therapieversorgung
kommen dynamische Rückenorthesen und Stützmieder
zum Einsatz. Diese stabilisieren den Rumpf,
lindern Schmerzen und fördern die Muskelaktivität.
Texte und Abbildungen u.a. mit freundlicher
Unterstützung der Fa. medi GmbH & Co. KG,
95448 Bayreuth, www.medi.de.
Einführung in die Kompressionstherapie
Alles Wissenswerte zum Kompressionsstrumpf.
Sie sind nicht allein! Rund 22 Millionen
Menschen in Deutschland sind von der Volkskrankheit
Venenleiden betroffen. Oftmals werden Erkrankungen
an den Beinvenen von den Betroffenen nicht
erkannt oder als Bagatelle betrachtet. Viele
Venenleiden werden deshalb nicht behandelt.
Sie verschlechtern somit schleichend das
Krankheitsbild und fördern gleichzeitig
das Risiko, an einer Thrombose oder einem
offenem Bein (Ulcus cruris) zu erkranken.
Das Venensystem
Die Venen durchziehen unsere Beine
an der Oberfläche und sammeln das Blut aus
den Hautschichten. Man nennt diesen Teil
das oberflächliche Venensystem. Aus diesem
System fließt das gesammelte Blut über Verbindungsvenen
in das tiefe Venensystem, das im Inneren
des Beines von Muskeln umgeben ist. Das
tiefe Venensystem transportiert mittels
Muskelpumpen das Blut zum Herzen zurück.
Für das Funktionieren des Rückflusses ist
also Bewegung der Schlüssel.
Venenklappen Die Venenklappen verhindern das Zurückfließen des Blutes. Sie funktionieren wie Rückschlagventile, die das Blut nur in eine Richtung, nämlich in Richtung Herz, fließen lassen. Sie sehen aus wie kleine Segel, die ringsum an der Venenwand verankert sind und sich in der Mitte der Vene treffen. Fließt das Blut durch Druck von den Muskelpumpen aufwärts, so öffnen sich die Klappen. Will das Blut aufgrund der Schwerkraft zurücksacken, so schließen sie sich.
Warum können Venen müde werden?
Durch den aufrechten Gang und die bewegungsarme
Lebensweise, hat der Mensch als einziges
Lebewesen das weit verbreitete Problem von
kranken Venen. Durch mangelnde Bewegung
und viel Stehen oder Sitzen lastet täglich
viele Stunden ein hoher Druck auf dem Venensystem.
Die Muskelpumpen unterstützen den Abtransport
des Blutes nicht mehr ausreichend. Veranlagung
und zunehmendes Alter oder hormonelle Begünstigungen
sowie Mehrfach-Schwangerschaften liefern
weitere ungünstige Rahmenbedingungen. Die
Venen werden immer weiter ausgedehnt. Die
Klappen können sich aufgrund des erweiterten
Durchmessers nicht mehr schließen. Das Blut
versackt und die oberflächlichen Venen,
die nicht durch Muskeln oder Knochen gehalten
werden, leiern aus und zeigen sich als geschlängelte
Krampfadern.
Was sind Krampfadern?
Der Begriff kommt nicht von den
Krämpfen in den Beinen, die auch bei Krampfadern
entstehen können, sondern aus dem Mittelalter
von dem Begriff „krumpe Adern“ (die Venen
schlängeln sich „krumm“ am Bein bei Erweiterung)
bis zu der sprachlichen Umwandlung zu Krampfadern.
Wie wirkt ein Kompressionsstrumpf?
Der Druck des Strumpfes verengt
den Venendurchmesser. Die Venenklappen können
sich wieder schließen und es versackt nicht
mehr so viel Blut in den Beinen. Durch den
kleineren Venendurchmesser fließt das Blut
wieder schneller, was der Bildung von Blutgerinnseln,
also Thrombosen, vorbeugt. Der vorgegebene
medizinische Druckabfall vom Fuß hinauf
zum Oberschenkel beschleunigt den Rückfluss
des Blutes zum Herzen. Der Strumpf bildet
bei Bewegung eine äußere Barriere für die
Muskeln, so dass die Muskelpumpen effektiver
arbeiten. Das Tragen eines Kompressionsstrumpfes
ist keineswegs unangenehm, wie es immer
heißt. Wenn Sie den richtig angepassten
Strumpf tragen, wirkt er sofort spürbar
erleichternd und ist damit eine Wohltat
für Ihre Beine.
Welche Venenerkrankungen gibt es?
Besenreiser
Das sind feine, dicht unter der Hautoberfläche
liegende, sichtbare Äderchen. Sie sind wenige
Millimeter oder Zentimeter lang und fächerförmig
angeordnet. Besenreiser verursachen selten
Beschwerden, meist stören sie kosmetisch.
Sie können aber ein Warnsignal für darunter
liegende Krampfadern sein.
Krampfadern (Varizen)
Wenn die Wand der Venen weich und
ausgedehnt wird, schließen die Venenklappen
nicht mehr. Das Blut staut sich. Die Venen
geben noch weiter nach. So bilden sich nach
und nach die stark geschlängelten Aderngeflechte.
Ohne die richtige Therapie schreitet das
Krampfaderleiden ständig fort. Mögliche
Spätfolgen sind hier beschrieben.
Venenentzündung (Phlebitis)
Anzeichen für eine Venenentzündung
sind eine deutliche Rötung, Schwellung,
Überwärmung sowie starke Schmerzen entlang
der Vene.
Thrombose
Bei einem gestörten Rückfluss vergrößert
sich die Gefahr der Bildung von Blutgerinnseln
(Thromben) an den Gefäßwänden. Diese Propfen
können die Venen verstopfen und verhindern
damit den Rückfluss des Blutes. Es kommt
zu einer weiteren Schädigung des Venensystems.
Erste Anzeichen sind Schwellung am Unterschenkel,
teilweise Überwärmung, Schmerzen und Schweregefühl.
Die Behandlung durch einen Arzt ist dringend
erforderlich, da eine lebensgefährliche
Lungenembolie die Folge sein kann.
Offenes Bein (Ulcus cruris)
Behinderungen des Stoffaustauschs
entstehen dadurch, dass das sauerstoffarme
Blut in den Venen nicht abtransportiert
wird. Dies führt zu folgenschweren Schädigungen
der Zellen und zum Absterben von Gewebe.
Es entstehen lang anhaltende Wunden, die
nur durch das Beheben der Ursache – die
erweiterten Venen – geheilt werden können.
Welcher Kompressionsstrumpf passt
zu mir?
Kompressionsklassen
Der Schweregrad der
Venen- erkrankung bestimmt den erforderlichen
Druck. Der Patient bekommt Kom- pressionstrümpfe
in vier verschiedenen Druckklassen im medizinischen
Fach- handel, z.B. bei uns.
Was sollte ich über meinen Kompressionsstrumpf
wissen?
Wann dürfen Kompressionsstrümpfe nicht getragen
werden?
Bei Durchblutungsstörungen in den
Beinarterien, sowie bei schlecht behandelbarer
Herzschwäche sollte ein Facharzt für Beinleiden
(Phlebologe) konsultiert werden. Bei Gefühlsstörungen
aufgrund von Diabetes ist ebenfalls Vorsicht
geboten.
Was ist der Unterschied zu Stütz-
und Thromboseprophylaxestrumpf im Krankenhaus?
Der Kompressionsstrumpf hat einen
definierten Druckverlauf von der Fessel
bis zum Oberschenkel. Das ist der Hauptunterschied
zu Stützstrümpfen, die keiner Norm unterliegen.
Damit ist nur der Kompressionsstrumpf medizinisch
wirksam und auch nur im Fachgeschäft erhältlich.
Stützstrümpfe können vorbeugend getragen werden, bringen aber nicht den Druck eines Kompressionsstrumpfes auf.
Die „weißen Strümpfe“ im Krankenhaus werden immer dann eingesetzt, wenn ein Patient lange liegen muss. Sie heißen Thromboseprophylaxestrümpfe, weil sie im Liegen verhindern, dass sich Blutgerinnsel bilden. Sie sind ausschließlich für das liegende Bein bestimmt und erfüllen beim mobilen Patienten nicht ihren Zweck.
Wie ziehe ich meinen Strumpf
an?
Ziehen Sie Ihre Kompressionsstrümpfe
möglichst mit Gummihandschuhen und stets
ohne Schmuck und Uhr an, damit Sie das Gestrick
nicht beschädigen. Die Gummihandschuhe haften
am Gestrick und erleichtern das Greifen
und Anlegen erheblich. Beim Anziehen ist
ein Überdehnen durch zu starken Zug zu vermeiden,
da der Strumpf dann nicht richtig am Bein
sitzt. Dies hat zur Folge, dass die Druckverteilung
nicht stimmt und der Strumpf wie ein Gummiband
zurückrutscht und sich in der Kniekehle
sammelt. Einschnürungen können dann die
Folge sein.
Wie häufig soll ich meinen Kompressionsstrumpf
tragen?
Täglich, täglich, täglich! Hier
gibt es keine Alternative, wenn Sie einen
optimalen Therapieerfolg erzielen möchten.
Absolut unverzichtbar sind Ihre Strümpfe,
wenn Sie viel stehen oder sitzen. Auf Reisen,
ob im Auto oder Flugzeug, hilft der Strumpf
gefährliche Reisethrombosen, die übrigens
auch Venengesunde häufig erleiden, zu vermeiden.
Wenn Sie Ihren Strumpf bei der täglichen
Gymnastik oder dem Spaziergang tragen, so
unterstützt er die Muskelbildung, da der
Muskel sich gegen den Druck von außen zusätzlich
anstrengen muss. Am besten morgens direkt
nach dem Aufstehen und Duschen anziehen,
da dann Ihre Beine noch nicht geschwollen
sind.
Texte und Abbildungen u.a. mit freundlicher
Unterstützung der Fa. medi GmbH & Co. KG,
95448 Bayreuth, www.medi.de.
Propriozeption! Was ist das eigentlich?
Propriozeption bezeichnet die Eigenwahrnehmung (lat. proprius = eigen) des Körpers, dass heißt Stellung und Lageänderung von Kraftentwicklung und Bewegung. Im Muskel liegen wichtige Sensoren, die zu den Propriorezeptoren gehören, die so genannten Muskelspindeln.
Sensomotorische / Propriozeptive Einlagen
Bewusstes Wahrnehmen und Ausführen von Bewegungen unterliegt der Steuerung eines hochkomplexen Regelwerks unseres Körpers - dem so genannten Sensomotorischen System. Der Begriff "Sensomotorik" oder vielmehr die davon abgeleiteten sensomotorischen Einlagen haben in der Orthopädietechnik für Veränderung gesorgt.
Die Muskulatur, deren Nerven mit der Wirbelsäule verbunden sind, enthalten afferente (zum Gehirn hinführende) und efferente (vom Gehirn wegführende) Fasern. So werden Daten über spezifische Leitungsbahnen an das ZNS (zentrale Nervensystem) geschickt und dort verarbeitet (z.B. zu Bewegung).
Die Muskulatur wird somit auch als Sinnesorgan angesehen, so dass ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von mehr als 500 Skelettmuskeln gewährleistet ist. Hauptziel von muskulärer Arbeit ist die reibungslose Funktion der Gelenke. Fehlfunktionen und degenerative Veränderungen können z.B. durch ligamentäre Insuffizienz oder geometrischer Gelenkinkongruenz hervorgerufen werden.
Sie haben Fragen zu unseren aktuellen Themen oder wünschen
weiterführende Informationen?
Gern stehen wir Ihnen zur Verfügung!




